Teil der Einzelfallhilfe
Boxen, Ringen, BJJ, Kickboxen
Alle 12 Bezirke
Konzentrationsfähigkeit
Gewaltfreie Kommunikation
Manche jungen Menschen erreicht man nicht am Küchentisch. Sie haben Gespräche satt, Angebote abgelehnt, Erwachsene abgeschrieben und gerade deswegen sollten sie nicht von einer Unterstützung abgeschnitten werden. Für genau sie haben wir den pädagogischen Kampfsport. Er ist keine eigenständige Hilfe, sondern ein ergänzendes Element unserer sozialpädagogischen Einzelfallhilfe nach §30 SGB VIII. Wir lassen ihn bedarfsorientiert in die Begleitung einfließen, wenn er zu einem jungen Menschen passt. Für Außenstehende mag es ein Widerspruch sein, doch stellt gerade der Kampfsport gewaltfreie Kommunikation, Aggressionsabbau, Impulskontrolle und eine höhere Frustrationstoleranz in den Fokus.
Das Ziel ist eine freiwillige, positive Verhaltensänderung: Was auf der Matte gelernt wird – sich beherrschen, Regeln akzeptieren, das Gegenüber respektieren –, soll mit unserer Hilfe im Alltag ankommen.
Der pädagogische Kampfsport richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die wir bereits in einer Einzelfallhilfe begleiten. Zwei grundsätzliche Situationen sprechen wir dabei besonders an:
Manchmal ist die Wut stärker, als uns lieb ist, und Konflikte enden mit Gewalt. Hier bekommst du einen Raum, in dem deine Wut Platz hat und lernst gleichzeitig, sie zu lenken. Wir erarbeiten mit dir Wege, Konflikte zu lösen, ohne zuzuschlagen.
Kampfsport verlangt Konzentration und Körperbeherrschung, jede Bewegung will genau gelernt sein. Wer seine motorischen und kognitiven Fähigkeiten verbessern will, findet hier ein Training, das umfassend fordert und Schritt für Schritt aufgebaut wird.
Eine Frage, die wir oft hören und die auch ihre Berechtigung hat. Sie ist der Grund, warum wir sehr genau hinschauen, wann dieses Angebot passt und wann nicht. Der entscheidende Ansatz liegt nämlich nicht im Sport selbst, denn er findet sich in der pädagogischen Arbeit drumherum. Ein Kampfsporttraining ohne unseren geführten Rahmen kann tatsächlich das Falsche vermitteln. Bei uns ist der Sport deshalb nie das Ganze, sondern ein Mittel, das wir sehr bewusst auswählen.
Wir wissen, dass es funktioniert – aus eigener Erfahrung. Almona-Mitgründer Aladdin Najjar hat als Jugendlicher selbst Kampfsport gemacht. Er sagt, genau das habe ihn von falschen Freunden und negativen Einflüssen ferngehalten. Später hat er ehrenamtlich Kinder aus seinem Kiez trainiert, bevor er Soziale Arbeit studierte. So kommt in unserem Angebot beides in einer Person zusammen: pädagogische Ausbildung und echte Kampfsport-Erfahrung. Genau diese Verbindung entscheidet darüber, ob Kampfsport hilft oder schadet.
Aggressive Impulse brauchen einen Ort und keine Scham. Wir bieten ihnen einen kontrollierten, angeleiteten Rahmen, damit sie nicht auf dem Schulhof landen.
Feste Zeiten, feste Regeln, verlässliches Erscheinen. Was im Training selbstverständlich ist, überträgt sich auf Termine, Schule und auf die Ausbildung.
Im Training zeigt sich Fortschritt unmittelbar. Diese Erfahrung – ich kann etwas verändern, wenn ich dranbleibe – nehmen junge Menschen mit in Bereiche, in denen sie sie dringender brauchen.
Kontakt aufnehmen!

§30 SGB VIII

§31 SGB VIII

§35a SGB VIII

Hilfsmittel im Rahmen §30

§18 Abs. 3 SGB VIII

§27 i. V. m. §31 SGB VIII
Am Ende geht es nicht darum, dass ein junger Mensch besser boxen kann. Es geht darum, dass er lernt, es nicht zu tun und gerade dadurch das Gefühl der Stärke erhält. Der pädagogische Kampfsport erreicht die, die sonst niemand mehr erreicht: junge Menschen, die von Gesprächen enttäuscht wurden und andere Angebote abgelehnt haben. Er gibt ihnen einen Raum für das, was in ihnen tobt, und die Werkzeuge, es zu steuern.
Was auf der Matte gelernt wird, bleibt nicht dort. Es geht mit nach Hause, in die Schule, in die Ausbildung. Ob dieser Weg der richtige ist, entscheiden wir nie allein und nie pauschal. Aber wenn er passt, dann trägt er weit.
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